Vier

  1. In der Mittagspause mit der Kollegin auf den Markt. Am Stand ihres Vertrauens kauft sie Käse, darunter ein Stück Blumenkäse. Die dunkle Rinde würde sie immer mitessen, sagt sie zum Verkäufer, der daraufhin mit einem für mich nicht klar einzuordnenden Akzent in einem längeren Monolog erklärt, welche Blumen, Gräser und weiteren Bestandteile darin verarbeitet sind. Subtext: Grundsätzlich essbar, aber der Verzehr ist nicht unbedingt zu empfehlen. Klartext: “Sie spreche noch menschlich. Wenn Sie spreche ‘muh muh’, sollte Sie nicht mehr esse.”
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Drei

  1. Mindestens einen Nachmittag lang ernsthaft beunruhigt haben mich die nackten Brillenbären von Leipzig. Den armen Viechern fallen aus noch nicht geklärten Gründen sämtliche Haare aus, weshalb sie geradezu zombieartig aussehen. Nicht weniger beunruhigend, wenn auch auf eine andere Art, ist der journalistische Beitrag der BILD-Zeitung zum Thema: “Nackt-DRAMA in Leipziger Zoo”. Dort findet sich auch unzensiertes Bildmaterial.
  2. Sonst wenig spektakuläre Vorkommnisse. Meine Beobachtungen zum Thema “Wie man(n) möglichst unauffällig eine 21er-Packung Kondome kauft”, gesehen im Supermarkt meines Vertrauens, werde ich der Welt vorenthalten, da ein entsprechender Bericht nicht zur derzeitigen Stimmung passt. Ich erfreue mich im Moment eher an Banalitäten wie der Mitteilungstafel an einem Marktstand, der schokolierte Früchte am Spieß verkauft: “Für die Lieben zuhause packen wir Ihre Spieße auch ein.” Schön.
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Zwei

  1. Mir aus einem Kindergartenkontext zugetragen:
    Kind zu schwangerer Erzieherin: “Wie isch denn das Baby in de Bauch nei komme?”
    Erzieherin, sich dem Aufklärungsauftrag verweigernd: “Da fragst du besser mal deine Mama.”
    Kind: “Wie, woischd du das etwa nemme?”
  2. Wenn ich aus meiner Bürotür trete, befindet sich schräg rechts gegenüber das Büro meines Chefs. Direkt links neben dessen Tür, also noch direkter in meinem Aus-dem-Büro-tret-Blickfeld, hängt etwa auf Rumpfhöhe ein großer, roter Feuerlöscher. Diesen Feuerlöscher habe ich heute erstmals wahrgenommen. Ich arbeite seit acht Monaten dort.
  3. Wieder mal eine Eingebung für den weltbesten Bandnamen: Electric Ärschli
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Eins

  1. Zweiter Krankheitstag. Beim Arbeiten angerufen, um das im Sekretariat zu melden.  Üblicherweise ist das ausreichend. Heute jedoch…:
    Sekretariat: “Dann verbind ich dich mal mit dem Chef.”
    Ich: “Wieso, gibt’s noch was Besonderes?”
    Sekretariat: “Der will wissen, ob du die Schweinegrippe hast.”
  2. Ich habe schon alle Inhalte für D.s Adventskalender zusammen und möchte zur Verpackung fortschreiten. Eine Rolle weihnachtlich rot-grünes Geschenkpapier lehnt in der Ecke hinter dem Regal. Die genauere Betrachtung ergibt: Die Rolle ist oben leicht spinnumwebt. Ich nähere mich mit der Taschenlampe und schaue rein. Die dicke Spinne schaut raus. Das Projekt Verpacken muss warten – glücklicherweise erwarte ich V. zu Besuch, die kann im Unterschied zu mir mit Spinnen umgehen, auch wenn sie nicht an Staubsauger- oder Fanggerät-freundlichen Orten sitzen. Vor dem Besuch telefoniere ich mit meinem Vater, erzähle vom Adventskalender, der Spinnenrolle und meinem Hoffen auf V. Mein Vater hört sich das alles an und sagt: “Ist das jetzt etwa dein Ernst?” …
    V. hat die dicke Spinne dann den Balkon runter geworfen.
  3. Unterwegs zum Einkaufen. Ein nicht angeleinter Hund springt durch eine Hecke auf eine Wiese. Dort spreizt er die Hinterbeine und senkt das Hinterteil Richtung Erde – Schlüsselreiz für die Hundebesitzerin: Kreischend springt sie durch die Hecke hinterher.
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